Ausfall beendet Siegtraum beim legendären ADAC Zurich 24h Rennen

Pech hoch drei für Dominik Baumann auf der legendären Nürburgring-Nordschleife. Der Österreicher war am vergangenen Wochenende für das Mercedes-AMG Team MANN-FILTER bei der 46. Auflage des ADAC Zurich 24h Rennens am Start. Im Rennverlauf entwickelten sich Baumann und seine Mercedes-AMG GT3-Teamkollegen Renger van der Zande, Edoardo Mortara und Daniel Juncadella zu absoluten Top-Favoriten auf einen Podiumsplatz. Ein Unfall beendete nach rund acht Stunden jedoch alle Träume. Zu diesem Zeitpunkt lag das Quartett auf Rang drei.

Bereits beim ersten Lauf zur VLN Langstreckenmeisterschaft Mitte März hatte Baumann die Weichen für das große Saisonhighlight gestellt. Mit Rang vier im Qualifying für den Mercedes-AMG GT3 sicherte er seinem Team eines der heißbegehrten Tickets für das Top-30-Qualifying am Rennwochenende. Kollege Juncadella stellte das Auto in diesem Shootout auf Rang sieben und bescherte dem Mercedes-AMG Team MANN-FILTER eine starke Ausgangsposition für die Hatz zwei Mal rund um die Uhr.

Von Beginn an kämpfte die Mannschaft mit der Nummer 47 um die vorderen Positionen. Der Höhepunkt: Baumann hatte am Samstagabend zum Ende eines Doppelstints mit einem spektakulären Überholmanöver die Spitze übernommen. Von diesem Zeitpunkt an kämpfte die Mannschaft immer im Bereich des Podiums. Als nachts schließlich der Regen einsetzte, war Teamkollege Juncadella der schnellste Fahrer auf der Strecke. Ein Einschlag im Bereich Grand-Prix-Kurs beschädigte das Auto jedoch zu stark, um weiterfahren zu können. Für Baumann ist es der dritte Ausfall in Folge beim ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring – jedes Mal in aussichtsreicher Position.

Samstagnacht war das Rennen durch einen Unfall für euch leider beendet. Was ist genau passiert?
Mein Teamkollege Daniel hat ausgangs der letzten Schikane Übersteuern bekommen und ist auf der Start-Ziel-Geraden in die Leitplanke gerutscht. Das Auto war so stark beschädigt, dass eine mehrstündige Reparaturpause nötig gewesen wäre. Weiterfahren hätte leider keinen Sinn mehr gemacht. Ich mache Dani keinen Vorwurf. Die Bedingungen heute Nacht mit Regen und Nebel waren schwierig und jedem von uns können Fehler passieren. Schade ist es natürlich trotzdem. Unser Ziel war der Sieg oder ein Podiumsplatz und wir lagen auf Kurs.

Zuvor hast du auf deinem Doppelstint ein wahres Feuerwerk abgebrannt. Schildere bitte das Duell um die Spitze aus deiner Sicht…
Ich muss sagen, dass ich selbst etwas überrascht war, wie alles gelaufen ist. Ich war schneller als der Porsche auf der Nordschleife. Da er während des Überrundens einen Fehler gemacht hat, in dieser Zeit sogar deutlich schneller. Sobald wir aus dem Verkehr waren, hatten wir eine vergleichbare Pace. Auf der Döttinger Höhe war ich schließlich hinter ihm, habe mich herangesaugt und bin vorbeigegangen. Genau so sollte es sein! Zuvor waren sie auf den Geraden schneller als wir, deshalb hatte ich nicht damit gerechnet, dass alles so super klappt. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass es um die Führung ging und habe mich sehr gefreut, als ich es später erfahren habe.

Wie zufrieden warst du insgesamt mit der Performance eures Mercedes-AMG GT3?
Das Auto hat sich auf meinem Stint super angefühlt. Schon Platz sieben im Top-30-Qualifying von Daniel hat gezeigt, dass wir dabei sind. Das haben wir auch in der Nacht lange unter Beweis gestellt. Bis zu unserm Ausscheiden sind wir ohne jegliche technische Probleme super durchgekommen. Jeder einzelne im Team hat einen super Job gemacht.

Nach diesen stressigen Wochen geht es für dich vom 01.06.-02.06. in der IMSA in Detroit weiter. Was ist bis dahin geplant und was erwartet dich dort?
Nach dem vielen Reisen der letzten Wochen gönne ich mir eine kleine Auszeit, bevor die Vorbereitung auf Detroit weitergeht. Ich bin dort noch niemals gefahren, daher werde ich mir Videos ansehen und auch im Simulator trainieren. Es ist ein Stadtkurs, auf dem laut meinen Kollegen das Überholen schwierig ist. Die Zusammenarbeit mit meinem Teamkollegen Kyle Marcelli funktioniert jedenfalls super, das haben wir mit unserem Sieg in Mid-Ohio gezeigt.